CARA | Protected Biometrics

CARA | Protected Biometrics

Andreas Hutter
Andreas Gradl
Julia Thum
Johannes Wetterich

Zusammenfassung

Als Dienstleistungskonzept bedient sich Cara leistungsfähiger Gesichtserkennungs-Software, welche im großen Stil Bildmaterial auf Biometrie überprüft. Auf Wunsch des Nutzers können Gesichter auf ungewolltem Bildmaterial, generativ manipuliert werden, um dessen Identität zu schützen. Nutzer können auf der Cara-Onlineplattform optische Präferenzen hinterlegen und Cara wandelt auch fremdes Bildmaterial automatisch ab und generiert einen biometrischen Avatar, entsprechend den Wünschen des Nutzers. Ziel dabei ist die konsequente Anonymisierung der sogenannten “facial biometrics”. Cara soll als Instrument der Anonymisierung, Nutzer dabei unterstützen sich gegen unfreiwilliges Tracking der biometrischen Daten zu wehren und beugt gleichzeitig der Erstellung von vielseitigen digitalen Persönlichkeitsprofilen vor, welche durch Konzerne und Regierungen missbraucht werden können. Als Projektergebnis von “Reverse Biometrics”, steht CARA für Selbstbestimmung im Internet und ermöglicht dem Betrachter, individuell Standpunkt zur digitalen Bilderkennung zu beziehen.


Analytisches Gestaltungsprojekt

SG2


Supervision

Hintergrund

Reverse Biometrics

Das Projekt “Reverse Biometrics” erkennt in den tiefgreifenden technologischen Innovationen seitens digitaler Bilderkennung, Chancen und Gefahren für die Nutzung s.g. neuer Medien. Algorithmen lassen den Menschen sehen wie nie zuvor. Die Information, welche sich einem Bild heutzutage mit Hilfe neuronaler Netze und intelligenter Software abgewinnen lassen, sprengt längst die kühnsten Erwartungen von Internetnutzer:innen.

Das sozioökonomische Potenzial, welches uns Menschen durch Bilderkennungssoftware zuteil wird, steht nicht selten im Kontrast zur Gefährdung von Privatsphäre und Öffentlichkeitsrecht, welche optische Überwachungstechnologien mit sich bringen.

Ambivalente Gestaltung

Das Projekt “Reverse Biometrics” ist der Versuch, dem Publikum eine differenzierte Betrachtungsweise auf das Themenfeld der biometrischen Gesichtserkennung zu ermöglichen.

Um Nutzer:innen die Möglichkeit zu geben, sich kritisch mit dem Thema zu befassen, bedarf es einer soliden Diskussionsgrundlage. Indem wir ein konkretes Szenario schaffen, in welches sich Nutzer:innen eindenken und somit eigene Schlüsse ziehen können, ermöglichen wir Nutzer:innen sich zu verorten und zu positionieren.

CARA ist das Konzept einer digitalen Anwendung, welche sich die Technologie der fortgeschrittenen Bilderkennung zu nutze macht, um das Internet auf biometrische Daten hin zu filtern und Nutzer:innen die Kontrolle über ihre Privatsphäre zurückzugeben. Zugleich wollen wir mit Hilfe dieser Dienstleistung veranschaulichen, welche Chancen, Hindernisse und Tücken ein solches System mit sich bringen kann und betonen dabei unsere ambivalenten Ansichten hinsichtlich moderner biometrischer Bilderkennung.

Team