REMIND

REMIND

Anna Biesinger
Alexander Dick
Christian Paulo

REMIND ist ein fiktionales Service-Konzept, welches die Schnittstellen von realer und virtueller Welt erforscht. Das Unternehmen REMIND positioniert sich als einzigartiger Dienstleister, der es ermöglicht die Welt durch die Augen eines anderen Menschen zu sehen. Das Service-Konzept bietet eine umfangreiche Brand-Experience und ermöglicht durch neuste AR/VR-Technologien ein immersives und interaktives Nutzungserlebnis.


SG2 Analytische Gestaltung

SG2


Supervision
Prof. Benedikt Groß
Dr. Eileen Mandir
Ansgar Seelen

Recherche

Die Zukunft des Sehens

Die visuelle Wahrnehmung des Menschen wird zunehmend von kulturellen und technologischen Entwicklungen beeinflusst. In diesem Zusammenhang entsteht die Frage, wie die Zukunft des Sehens aussehen könnte. Hierbei kommt es nicht nur darauf an wie wir sehen, sondern auch was wir sehen und wie wir das gesehene interpretieren. Eine interessante Richtung entsteht durch die Erweiterung der Realität bis hin zum vollständigen Eintauchen in die Virtualität. Was wir in diesen Welten zukünftig sehen und erleben werden, scheint schwer abschätzbar zu sein und wird stark von den entwickelten Anwendungen geprägt werden.

Augmented Reality und Virtual Reality

Der weltweite Markt für Augmented Reality und Virtual Reality wächst ständig. Im Jahr 2024 soll der Marktwert voraussichtlich 72,8 Milliarden US-Dollar erreichen. [1] Während Augmented Reality (AR) die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung beschreibt, versteht man unter Virtual Reality (VR) die Darstellung bzw. Wahrnehmung einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Welt. Hierbei ist die Immersion von großer Bedeutung. Die Besucher:innen der virtuellen Welt sollen glauben, dass das Gezeigte wirklich passiert und in einer möglichst störungsfreien Umgebung stattfindet [2]. Besonders die VR Technologie bietet Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Fachbereichen. Neben der Anwendung im Gamingbereich ergeben sich auch zahlreiche Schnittpunkte in Marketing, Forschung und Medizin. Neben VR und AR gibt es noch weitere Formen von erweiterten Realitäten, die sich zwischen Realität und virtueller Realität unterschiedlich positionieren.

Abbildung 1: Reality-Virtuality-Continuum

Virtual Reality als Zufluchtsort

Die immersive VR-Technologie ermöglicht eine Verbindung des Körpers mit der digitalen Welt. So entsteht auch eine Art Zufluchtsort für Menschen, die sich sonst mit unterdrückenden Systemen und Strukturen wie Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus, etc. konfrontiert sehen. Darüber hinaus entsteht die Möglichkeit, sich in eine kontrollierte Welt zu begeben – der Mensch agiert sozusagen als Schöpfer seiner eigenen, überwachten, steuerbaren und gestaltbaren Realität. [3] Das öffentliche Interesse an der Nutzung von VR-Brillen in Deutschland steigt seit 2018 stetig an und lässt auch in Zukunft einen Anstieg vermuten [4].

Öffentliche Selbstdarstellung

Social Media bietet einer großen Zahl an Menschen eine einfache und kontrollierte Möglichkeit zur Selbstdarstellung. Im Januar 2020 lag die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer:innen von sozialen Netzwerken weltweit bei rund 3,8 Milliarden. Verglichen mit dem Jahr 2019 ist die Zahl um fast 10 % Prozent gestiegen. [5] Was auf solchen Plattformen hochgeladen wird, hängt zum einen davon ab wie man sich selbst nach außen präsentieren bzw. wie man von anderen gesehen werden möchte. Bereits jetzt scheinen sich Personen in ihren Möglichkeiten eingeschränkt zu fühlen. Die Künstlerin Ines Alpha ist Digital Artist und 3D Make-up Creator. Durch ihre Kreationen möchte sie eine eigene (3D) Realität erschaffen und die Zukunft von Schönheit und Make-up aufzeigen. [6] In der virtuellen Welt ist eine grenzenlose Veränderung des Äußeren möglich. Wie man aussehen und wahrgenommen werden will, erfolgt selbstbestimmt und ohne die Grenzen des organischen Körpers.

Abbildung 2: Erweiterte Selbstdarstellung durch virtuelles Make-up

Service-Design als Chance

Soziale Netzwerke ermöglichen jedoch nicht nur Selbstdarstellung, sondern bieten auch die Möglichkeit der stillen oder aktiven Teilhabe am Leben anderer Menschen. Influencer:innen ermöglichen Einblicke in scheinbar exklusivere und attraktivere Lebenswelten und erschaffen darüber hinaus Kaufanreize für Produkte und Services aus allen Lebensbereichen. Für Follower ergibt sich die Chance, Dinge zu sehen oder erleben zu denen sie für gewöhnlich keinen Zugang hätten.

Wie kann die Erfahrung, am Leben anderer Menschen teilhaben zu können, realitätsnah und interaktiv erlebbar gemacht werden?

Mit dem Ansatz geteilte Erlebnisse zu ermöglichen entsteht das Potenzial, Software- und Hardware-Produkte zu verbinden und zu einem ganzheitlichen Service-System zusammenzuführen.