1 m² Grün

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Jan Herok
Felix Tischmacher
Pia Schmutz

Jan Herok, Pia Schmutz, Felix Tischmacher


SG2 Kommunikationsstrategien A

SG2


Supervision
julia.wittich

Analytische Ordnung

Nabu

Vorstellung NABU

Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) ist eine deutsche nichtstaatliche Organisation mit dem Ziel Natur und Umwelt zu schützen. Der NABU setzt konkrete Naturschutzprojekte im In- und Ausland um. Dazu gehören der Erhalt von Flüssen, Meeren, Wäldern und vielen weiteren Ökosystemen sowie der Schutz einzelner Tier- und Pflanzenarten. Er setzt sich als einer der großen, anerkannten Naturschutzverbände in Deutschland für ein gutes Zusammenspiel von Mensch und Natur ein und ist mit dem NABU-Mitgliedermagazin „Naturschutz heute” eine Informationsquelle für 820.000 Mitglieder und Fördernde. Der NABU ist hierbei ein relevanter Treiber in der Aufklärungsarbeit rund um das Feld Biodiversität. Außerdem schafft der NABU auf seiner Webseite, im Mitgliedermagazin und durch die Informationsstände eine Informations- und Austauschplattform.

Mit dem NABU-Kompass 2030 wurde 2020 eine Dachstrategie für eine Zukunft vorgestellt, in der die Klimakrise und der rasante Verlust an Biodiversität gestoppt sein werden. Er dient hierbei als Rahmenwerk und bietet Orientierung.

Kampagnen und Maßnahmen

Um eine geeignete Kommunikationsstrategie für den NABU zu entwickeln, werden frühere Kampagnen und Maßnahmen analysiert. So können Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken identifiziert und dadurch neue oder verbesserte Handlungsmaßnahmen entwickelt werden.

Aus welchen Stärken ergeben sich neue Chancen

Der NABU profitiert hierbei von seiner Positionierung. Die angesprochenen Themenfelder sind aktuell und relevant. Das Themenfeld der Biodiversität betrifft jeden und bietet daher viele Chancen die genutzt werden können. Zum einen haben alle Maßnahmen einen positiven Einfluss und können in jeder Dimension und Skalierung zum Thema beitragen. Außerdem können durch gezielte Maßnahmen eine extrem breite Zielgruppe angesprochen werden. Durch unterschiedlichste Kommunikationskanäle und Kommunikationsmedien können durch die Größe der Zielgruppe Chancen entstehen. Des weiteren können anwendergerechte Maßnahmen und Aktionen gestartet werden, die einfach umsetzbar sind und somit schnell zu einem positiven Beitrag führen können.

Schwächen eliminieren um neue Chancen zu nutzen

Die Biodiversität und biologische Vielfalt unserer Ökosysteme ist für viele Menschen ein vermeintlich langweiliges Thema. Das liegt allerdings in den meisten Fällen an einer falschen Kommunikation und Themenvermittlung. Durch Aktionen, Attraktionen und crossmediale Kommunikation kann das Thema interessant aufbereitet und vermittelt werden. Durch die Relevanz von Biodiversität können bei der Zielgruppe Anreize geschaffen werden, die von zahlreichen Institutionen gefördert werden können. In diesem Zusammenhang müssen die pauschalen Aussagen reduziert und konkrete Handlungsempfehlungen und Anreize geschaffen und kommuniziert werden.

Welche Stärken minimieren Risiken

Die Relevanz des Themas ist hierbei ein wichtiger Aspekt. Der positive Einfluss der aus der Kommunikationsstrategie entsteht, überwiegt in jedem Punkt aller Kritik. Jeder Beitrag der zur Förderung und dem Erhalt der Biodiversität beiträgt ist wichtig und rechtfertigt jeden Aufwand.

Verteidigungsstrategien damit Schwächen nicht zu Risiken werden

Der NABU hat als Organisation, die sich für Naturschutz und Biodiversität einsetzt, eine Vorbildfunktion. Daher müssen jegliche Maßnahmen in ihrer Form und Wiedergabe transparent sein. Der NABU ist Repräsentant für 820.000 Mitglieder und Fördernde. Damit lastet auf diesem eine große Verantwortung. Jegliche Maßnahmen und Aktionen sollten daher transparent, einsehbar und frei von negativen Konnotationen sein.

Probleme

Der NABU hat allerdings mit einem verstaubten Image zu kämpfen. Bisherige Kampagnen und Maßnahmen, sowie die zahlreichen Informationsstände in zahlreichen deutschen Städten wirken auf Menschen außerhalb der gängigen NABU-Zielgruppe nicht einladend. Mangelnde Interesse und negative Assoziationen führen bei den meisten Menschen zu einer ablehnenden Haltung. Dabei sollten die Stände und Attraktionen aus Eigeninitiative und Motivation angesteuert werden. Hierbei muss ein Wandel vollzogen werden, der Biodiversität jedermann ermöglicht und potenzielle Nutzer zum Handeln ermächtigt. Hierfür müssen durch eine interessante Kommunikation und eine visuell ansprechende Vermittlung die Reichweite genutzt und dem Thema Biodiversität eine eigene Bühne geboten werden.

NABU NRW, o.J.: NABU-Aktive auf der Pflanzentauschbörse im Ruhrgebiet, https://nrw.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/kontakte/regionalstellen/ruhrgebiet/28245.html
Überblick & Relevanz

Relevanz

Biodiversität oder biologische Vielfalt beschreibt die Gesamtheit des Lebens auf unserer Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume), der Arten innerhalb der Ökosysteme (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen, etc.) und die genetische Vielfalt (individuelle Eigenschaften).

Wir Menschen sind dabei auf die biologische Vielfalt und gesunde Ökosysteme angewiesen. Sie regeln unsere Ernährung, die Fruchtbarkeit unserer Böden, den Wasserhaushalt und das Klima und sind damit die Grundlage unseres Lebens.

Land- und Forstwirtschaft tragen eine besondere Verantwortung beim Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland. Jedoch wissen wir, seit uns die Ausmaße des Insektensterbens bekannt sind, dass Biodiversität uns alle etwas angeht. Jeder sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein und den Aspekt der Artenvielfalt und Biodiversität berücksichtigen.

Fehlende Aufklärung

Eine intakte Biodiversität ist die Grundlage für funktionierende und gesunde Ökosysteme. Hierbei werden im sogenannten Stoffkreislauf verschiedene Stoffe wie Kohlenstoff oder Stickstoff von Lebewesen zu Lebewesen weitergegeben. Der Kreislauf beginnt mit den Produzenten in Form von Pflanzen oder Algen. Sie betreiben Photosynthese und stellen so aus anorganischen Stoffen organische Bestandteile her. Im nächsten Schritt nehmen pflanzenfressende Konsumenten diese Bestandteile auf und dienen den fleischfressenden Konsumenten als Nahrung. Destruenten wie Bakterien, Pilze und Regenwürmer, zersetzen die organischen Stoffe zum Schluss wieder in ihre anorganische Bestandteile. Die Lebewesen bringen dabei verschiedene Aufbau-, Umbau- und Abbauprozesse der Stoffe (Beispiel: Photosynthese, Atmung, Gärung) voran. Wenn die Prozesse wieder von vorne beginnen, schließt sich der Stoffkreislauf.

Stoffkreislauf
Funktionierendes Ökosystem

Wie aus diesem kurzen Auszug erkenntlich wird, hängt ein gesundes Ökosystem von vielen Einflussfaktoren ab. Auch der Mensch kann dabei von diesen Ökosystemen profitieren. Bienen und andere Insekten fliegen unermüdlich von Blüte zu Blüte: Ohne ihre Bestäubungsleistung müssten wir auf viele Obst- und Gemüsesorten verzichten. Der verlässlichen Arbeit unzähliger Bodenorganismen ist es zu verdanken, dass unsere Böden fruchtbar sind. Wälder produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff, sind wichtig für unser Klima und liefern uns den Rohstoff Holz. Feuchtgebiete wie Moore und Feuchtwiesen können große Mengen Wasser aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Sie reinigen das Grundwasser, speichern Kohlenstoff und vermindern so den Treibhauseffekt. Naturnahe Flussauen sind natürliche Wasserfilter und mindern die Auswirkungen von Hochwassern. Zahlreiche Medikamente stammen aus der Natur und ständig werden neue Wirkstoffe entdeckt. Auch technische Innovation basiert häufig auf einem Vorbild aus der Natur. Biologische Vielfalt macht Ökosysteme anpassungsfähiger, wenn sich Umweltbedingungen (Klimawandel) ändern.

  • 80 % der Obst- und Gemüsepflanzen sind für ihre Fortpflanzung auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen.
  • Vielfältige Ökosysteme können sich besser an veränderte Klima- und Umweltbedingungen anpassen.
  • Moore, Pflanzen und Bäume kühlen, befeuchten und säubern die Luft. Sie binden klimaschädliche Emissionen und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise.
  • Zahlreiche Wirtschaftssektoren und damit Arbeitsplätze sind auf eine intakte Natur angewiesen, u. a. Land- und Forstwirtschaft, Fischerei.

Besonders Insekten spielen im bei der Biodiversität eine entscheidende Rolle. Durch die fortschreitende Versiegelung von Böden, die Förderung von Monokulturen und der Ausbau von landwirtschaftlichen Flächen kommt es laut einer Studie der Universität Nijmegen zu einem dramatischen Rückgang der messbaren Insektenmasse. Dabei sind Insekten nicht nur die wichtigsten Pflanzenbestäuber, sondern regulieren auch Schädlinge und dienen zahlreichen anderen Arten als Futter. Ein Insektensterben führt auch zu weniger Fischen, Fröschen, Eidechsen, Vögeln und Säugetieren und könnte langfristig zu einem Einsturz unseres gesamten Ökosystems führen.

Fehlende Anreize

Wir stehen als Gesellschaft vor einem Scheideweg. Es liegt in unseren Händen, wie wir unser Umfeld und damit unsere Zukunft gestalten. Die gute Nachricht für alle: Ein Gebäude, Garten oder Balkon kann viel zur Förderung der Artenvielfalt beitragen. Mit der aufgestellten Kommunikationsstrategie möchten wir der Relevanz des Themas Rechnung tragen und die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass auch sie das Ganze etwas angeht. In diesem Zusammenhang soll mit der Kampagne ein Informationsvermittlung stattfinden, um die Gesellschaft dahingehend zu informieren, aufzuklären und einzubinden. Hierbei sollen verschiedene Anreize geschaffen werden, die das Interesse der Gesellschaft wecken und schlussendlich zu einer Änderung des Verhaltens führen.