Operative & Strategische Umsetzung

Gestalterische Positionierung

Heroisch ➔ Vielfalt

Wir wollen weg von einer rein heroischen Bildsprache zu einem Bild, was die Feuerwehr tatsächlich ausmacht: ein diverses Team mit unterschiedlichen körperlichen und mentalen Eigenschaften.

Imagekampagne ➔ Mitgliedergewinnung

Die bisherigen Kampagnen stellen eher dar, wie die Feuerwehr ist oder wie man sich das Bild der Feuerwehr im allgemeinen vorstellt. Dies hat seine Berechtigung, lässt aber kaum Freiraum für Außenstehende, sich in einem Imagefilm widerzuspiegeln. Unsere Kampagne legt daher den Fokus auf Mitgliedergewinnung und versucht gezielt, Fähigkeiten von Menschen anzusprechen, die auch für die Feuerwehr von Nutzen ist.

Aggressives Rot ➔ Rot als Akzent

Die Farbe Rot ist das Hauptmerkmal der Feuerwehr und hat seine Vorzüge auf Fahrzeugen und Kleidung. Bei der Gewinnung von Mitgliedern kann der überproportionale Einsatz von Rot jedoch auch abschreckend wirken. Wir wollen mit unserer Farbgestaltung Rot als Highlightfarbe nutzen und durch eine “brandige Cremefarbe” das Gesamtbild auflockern. Hierdurch soll ein Bild einer bewältigbaren Gefahrensituation entstehen, dass Betrachter:innen erlaubt, sich in dieser Situation wiederzufinden.

Überladen ➔ Minimalistisch

Zu viele Zeichen und überlagernde Farben lassen die Plakate und andere Werbeanzeigen etwas unstrukturiert erscheinen. Wir wollen durch klare Akzente und genug Weißraum den Botschaften mehr Gewicht verleihen.

Maßnahmenplan

Für unsere Kommunikationsstrategie haben wir uns entschieden, unsere Kampagne in vier Phasen aufzuteilen. Unser Maßnahmenplan ist hierbei für die Gewinnung von Mitgliedern im Erwachsenenalter ausgerichtet. Wir schlagen vor, zunächst mit einer Maßnahme zu starten, die generell für das Thema Freiwillige Feuerwehr bundes- und landesweit Aufmerksamkeit schafft. Anschließend kann diese Aufmerksamkeit genutzt werden, um mit speziellen Maßnahmen vor Ort Mitglieder im Erwachsenenkreis zu gewinnen.


Übersicht Maßnahmenplan

Die einzelnen Maßnahmen und Visualisierungen werden in den folgenden Kapiteln aufgezeigt.

Phase1 - Aufmerksamkeit erregen

Phase 1

Ziel der ersten Phase ist es, die sportliche Variante der Feuerwehr bekannter zu machen und einen Art Volkssport zu etablieren.


OnFire Feuerwehrevent

Es gibt bereits Feuerwehrwettkämpfe, in denen sich Gruppen von unterschiedlichen Feuerwehren vergleichen. Diesen Wettbewerb nehmen wir in unsere Kampagne auf und nutzen ihn als Möglichkeit, auf einem anderen Weg auf die ehrenamtliche Feuerwehr aufmerksam zu machen. Dieses Event kann sich alle 2–3 Jahre wiederholen, ein kürzerer Intervall ist wahrscheinlich aus finanziellen sowie Zeit- und Personalgründen nicht tragbar.

Zielgruppe

Sportliche Menschen und Sinnsuchende: Wir wollen aufzeigen, dass Sport und Ehrenamt auch einhergehen können.

Anbringung an Sportstätten, Bahnhöfen oder Vereinsheimen. Es werden Sequenzen des Wettbewerbs auf Social Media geteilt. Gestalterischer Fokus liegt auf den sportlichen Eigenschaften der Feuerwehr, es werden keine Einsatzbilder gezeigt.


OnFire-Regional

Der Wettbewerb würde erst auf regionaler Ebene starten, hier können sich Feuerwehren an einem Parkour messen. Für Nichtangehörige der Feuerwehr besteht ebenfalls die Möglichkeit, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. So können diese sich dem Thema Feuerwehr auf einer neuen Art und Weise nähern. Hieraus entstehen dann Profiteams, die landesweit um den Einzug in das Endspiel des OnFire-National kämpfen. Kommunikationsziel ist es, Aufmerksamkeit bei regionalen Fernseh- und Radiosendern oder bei Influencer:innen zu wecken, um große Fernsehanstalten oder Streamingdienstleister für den nationalen Wettbewerb zu gewinnen.


OnFire-National

Auf nationaler Ebene soll OnFire möglichst viel Aufmerksamkeit erzielen. So könnte z. B. der letzte Wettkampf auch live übertragen werden. Ziel ist es, das Ehrenamt in der Feuerwehr als kulturelles Gut in der öffentlichen Meinungsbildung zu platzieren.

Phase 2 - Identifizieren

Die zweite Phase des Projekts befasst sich mit der Identifikation mit der Feuerwehr. Hierbei wird auf die Aufmerksamkeitswelle aufgebaut, die in der ersten Phase durch das Event entstanden ist.


Plakatkampagne Vielfalt

Wir starten mit einer Palaktkampagne, bei der wir auf die Vielfalt der verschiedenen Fähigkeiten eingehen, welche bei der Feuerwehr gebraucht werden. Dabei wollen wir unsere drei Zielgruppen ansprechen.

Die Kampagne soll an öffentlichen Orten stattfinden und die Plakate beispielsweise an Bushaltestellen oder auch vor dem Jobcenter positioniert werden.


Werbung auf Jobportalen

Eine weitere Strategie zielt darauf ab, unzufriedene Arbeitnehmer auf Jobportalen anzusprechen, die beispielsweise keine Erfüllung in ihrem Job sehen. Hierbei erscheint hinter dem Suchfeld eines Jobportals ein Banner, der die Suchenden darauf Aufmerksam macht, dass sie genau dies in einem Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehr finden können.


Kassenzettel Aufruf

Um die recht große Zielgruppe der Sportler ansprechen zu können, haben wir uns entschieden, auf den Kassenzetteln von Sportgeschäften im unteren Bereich einen Aufruf nach Mitgliedern zu starten. Hierbei wird das Auge direkt durch die große auffällige Flamme im unteren Bereich der Kassenzettel zum Aufruf geleitet. Die Wahl fiel auch deshalb auf Sportgeschäfte, da hier durch die oft höheren Beträge und Garantieleistungen die Kassenzettel häufig länger aufgehoben werden.


Bürgeramt Mappen Infomaterial

Abschließend stellte sich die Frage, wie man die Zielgruppe der neu hinzugezogenen am besten ansprechen kann. Hierbei kam die Idee auf, im Bürgeramt in die Begrüßungsmappe eine Broschüre der Freiwilligen Feuerwehr zu legen, um direkt auf die Feuerwehr aufmerksam zu machen und dem frisch zugezogenen zu helfen, direkt Anschluss in der neuen Stadt zu finden.

Phase 3 - Hinführen

Das Ziel in Phase 3 ist es, die Menschen mithilfe von analogen und digitalen Landmarks zu der Feuerwache hinzuführen.


Analoge Landmarks

Wir starten mit den analogen Landmarks während des großen Events: dem Feuerwehrwettbewerb! In der Stadt werden analoge Landmarks in Form von gedruckten Schuhabdrücken am Boden verteilt, die direkt zur Feuerwache leiten. Sie beginnen dort, wo viele Menschen sich aufhalten, wie auf dem Marktplatz, Bahnhof oder hier auf dem Bild beim Bürgeramt. Das Ziel ist es, spielerisch und unbewusst die Menschen zur Feuerwache hinzuführen.


Digitale Landmarks

Zu den analogen Landmarks haben wir auch die digitalen Landmarks auf Google Maps entwickelt. Unsere Zielgruppe hier sind vor allem die neuen Bürger:innen, welche am häufigsten Google Maps nutzen, um sich in der neuen Stadt zu orientieren. Sobald sie Google Maps starten, wird nicht nur der Weg zu ihrem Ziel aufgezeigt, sondern auch eine Flamme, wo sich die Feuerwache befindet. Zugleich wird unten die Distanz zur Feuerwache angegeben.

Phase 4 - Integrieren

In der letzten Phase geht es um die Integration in die ehrenamtliche Feuerwehr. Die spezifischen Maßnahmen finden auf regionaler Ebenen statt.


Schnupper-Training

In unseren Strategien, ob auf den Plakaten oder digitalen Landmarks, ist immer der Link für die Website der ehrenamtlichen Feuerwehr vermerkt. Auf dieser Website gelangt der Interessent zu den Informationen und Teilnahmeformularen für ein einwöchiges Schnupper-Training. Mit dem Schnupper-Training wollen wir die Eintrittshürde senken, indem die Teilnehmer die ehrenamtliche Feuerwehr unverbindlich ausprobieren können.


SWOT Analyse

Um unsere Kampagne besser bewerten zu können und erste Risiken zu erkennen, haben wir eine SWOT Analyse durchgeführt. Hieraus entstehen erste Maßnahmen für die Risikominimierung der Kampagnen.

Stärken

  • wir können sehr spezifisch Nutzergruppen ansprechen von Handwerker:innen, Konstrukteur:innen oder Psycholog:innen
  • Maßnahme erhöht auch intern das Verständnis für den Vorteil von Diversität
  • Kulturgut Ehrenamt wird gestärkt durch öffentliche Einbindung bei Großevents

Möglichkeiten

  • Pool an Wissen/Fähigkeiten in den Feuerwehren kann ausgebaut werden
  • wir sprechen eine bisher ungenutzte Zielgruppe an
  • neue Mitglieder bringen ihren Erfahrungsschatz aus Arbeit und Privatleben mit ein

Schwächen

  • wir sprechen eine Zielgruppe an, die schwierig zu überzeugen ist, da sie bereits in einem sozialen Umfeld integriert ist
  • Mitteleinsatz für Werbung bei Jugend bis jetzt nachhaltiger

Risiken

  • Feuerwehren sind nicht interresiert, wollen lieber für sich sein
  • finanzielle Möglichkeiten sind begrenzt

Risikominimierung

Wenig Geld

  • wir müssen das gute Netzwerk und die Beliebtheit der Feuerwehr nutzen um Entscheidungsträger:innen davon zu überzeugen, eine solche Maßnahme zu fördern
  • Crowdfunding bei StartNext, sodass auch Veranstaltungen gefördert werden und auch nicht aktive Mitglieder sich beteiligen können

Kein Interesse auf regionaler Ebene

  • mit einer internen Aufklärungskampagne, die evtl. getarnt ist als Aufruf “Zeige, was dich in der Feuerwehr ausmacht” soll das Bild intern geschärft werden - ohne erhobenen Zeigefinger, da dies sonst zu einer Verhärtung der Strukturen führen würde