connect U - where work meets passion

connect U - where work meets passion

Marie Gemmerich
Lisa-Marie Rachwalski

Der Fachkräftemangel begleitet unsere Gesellschaft in diversen Branchen bereits seit Jahren. Insbesondere die Jagd nach jungen, hochqualifizierten Talenten spitzt sich immer weiter zu. Während die digitale Transformation stetig voranschreitet und wir längst im Digitalzeitalter angekommen sind, drängt sich förmlich die Frage auf, wie die Nutzung der entstandenen Technologien künftig Arbeitgeber und Absolvent:innen dabei unterstützen kann, besser zueinander zu finden. Mit connect U liefern wir einen innovativen Ansatz, der den Bewerbungsprozess von morgen skizziert, indem er den ganzen Menschen in all seiner Individualität in den Mittelpunkt stellt, und somit das gegenseitige Kennenlernen im Rahmen des Recruiting auf eine völlig neue, menschlichere Ebene hebt.


Analytisches Gestaltungsprojekt

SG2


Supervision
Prof. Benedikt Groß
Dr. Eileen Mandir
Prof. Dr. Dagmar Rinker (Gastkritikerin)
Prof. Ute Meyer (Gastkritikerin)

Einleitung

Hinführung

Individualismus wird in vielen Teilen unseres Alltags immer mehr zum Trend. Dies zeigt sich nicht nur in Bezug auf unser Privatleben, in welchem wir Produkte besitzen, die immer mehr zu Lifestyle Produkten werden, und die sich nahezu allesamt personalisieren lassen, sondern auch im Berufsleben.

Die Abiturient:innen können mittlerweile aus einer riesige Bandbreite an hochgradig spezifischen Studiengängen wählen. Dieses Angebot spiegelt deren steigenden Wunsch nach Individualität und die daraus resultierende Diversität wider. Wirft man einen Blick auf das Berufsleben, so gibt es seit der COVID-19 Pandemie immer weniger Jobs, die sich ausschließlich auf eine herkömmliche Bürotätigkeit belaufen. Homeoffice ist zur Normalität geworden und aus dem Alltag der Arbeitnehmer:innen nicht mehr wegzudenken. Damit einher geht der Trend des Work-Life-Blending. Work-Life-Balance war gestern - heute passt der ausgeübte Job so gut zu einem, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen. Wir alle sehnen uns nach einer Arbeit, die uns erfüllt. Das beruflich zu tun, was man liebt, und, was sich deshalb gar nicht wie Arbeit anfühlt, ist das Ziel. Diese Entwicklungen führen dazu, dass es immer wichtig wird, sich mit seinem Arbeitgeber identifizieren zu können. Immerhin nimmt er einen beachtlichen Teil des Lebens und somit auch der Persönlichkeit ein. Doch wie findet man einen Arbeitgeber und eine Tätigkeit, die so gut zu einem passen, dass sie dieser Erwartungshaltung gerecht werden?

Der Bewerbungsprozess scheint von diesem Wandel jedoch unberührt zu bleiben. Seit jeher besteht dieser aus dem Verfassen eines Anschreibens sowie dem klassischen Lebenslauf mit Foto. Während wir uns mit der Frage “How do we want to live and work in the future”, beschäftigten, kamen nicht umhin uns zu fragen:

In einer Welt, die fortlaufend digitaler und vernetzter wird, und wir Menschen uns in all unseren Lebensbereichen immer individueller ausdrücken und uns mit unserem Arbeitgeber identifizieren möchten — kann da der herkömmliche Bewerbungsprozess überhaupt das gegenseitige Kennenlernen gewährleisten, das wir uns wünschen?

New European Bauhaus

Das analytische Gestaltungsprojekt steht im Zeichen des New European Bauhauses, welches sich selbst als kreative und transdisziplinäre Bewegung bezeichnet, die sich noch im Aufbau befindet. Wir als strategische Gestalter:innen können als ausführende Umsetzten:innen der sich entwickelnden Bewegung der New European Bauhauses Initiative verstanden werden, indem wir, unter Einbeziehung von Schlüsselelementen und ausgehend vom aktuellen Informationsstand der Initiative, Überlegungen vornehmen, welche sich auf die zentrale Frage beziehen, wie wir zukünftig leben möchten.

Die kreative und transdisziplinäre Bewegung des New European Bauhauses lässt den politischen European Green Deal in unseren Lebensalltag einziehen. Wir als Europäer haben die (Vorstellungs-) Kraft eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft zu gestalten, die mit allen Sinnen erlebbar ist und uns im Inneren berührt. Es geht darum, Wissenschaft, Technik, Kunst und Kultur zu vernetzen, um in Kollaboration Herausforderungen anzunehmen, komplexe gesellschaftliche Probleme zu bearbeiten und sie zu positiver Veränderung zu wandeln. Dabei vernetzt diese Initiative Bürger:innen, Expert:innen, Unternehmen und Institutionen miteinander und fördert gesellschaftliche Transformationsprozesse für ein vielfältiges, nachhaltiges und wertschöpfendes Morgen. Doch dieses Ziel unter Meisterung vieler Herausforderungen erreichen wir alle nur durch Zusammenarbeit, dabei zählt jede(r) Bürger:in dieser großen Gemeinschaft. Deshalb ist es essentiell wichtig uns zu informieren über Klimaschutz, das Leben der Meere, smarte Innovationen oder auch nachhaltige Mobilität.

Genau deshalb wurde die Bewegung des New European Bauhaus ins Leben gerufen, um dazu zum Handeln aufzurufen. Jede und jeder kann sich aktiv durch Ideen einbringen und wir als Gestalter:innen sind als Weltveränderer ein wichtiger Bestandteil dessen.