Recherche
Zur Entwicklung eines fundierten Zukunftsbildes für das Jahr 2035 wurden aktuelle Studien, Statistiken und Daten zu zentralen Themenbereichen recherchiert und ausgewertet. Ziel dieser Recherche war es, auf Grundlage heutiger Trends und messbarer Entwicklungen belastbare Zukunftsprognosen abzuleiten. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass das entwickelte Zukunftsszenario nicht auf Spekulation basiert, sondern eine nachvollziehbare und plausible Weiterentwicklung gegenwärtiger Entwicklungen darstellt.
Entschleunigung
Aktuelle Studien zeigen, dass 66 % der Deutschen sich chronisch gestresst fühlen und 61 % ihr Burnout-Risiko als mittel oder hoch einschätzen (TK-Stressreport 2025; Pronova BKK 2025). Der digitale Alltag ist dabei ein zentraler Treiber: Ständige Erreichbarkeit, sowie die Reizüberflutung durch digitale Medien, die nachweislich zur psychischen Belastung beitragen. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach einem Ausgleich: 87 % der Deutschen betrachten Reisen als wichtigen Gegenpol zum digitalen Alltag.
Digitaler Alltag
Die Mediennutzung in Deutschland liegt im Jahr 2025 bei durchschnittlich 6,5 Stunden pro Tag und weist weiterhin eine steigende Tendenz auf. Parallel dazu stieg der Anteil mobiler Internet Nutzer*innen von 54 % im Jahr 2015 auf 85 % im Jahr 2023, wodurch digitale Medien nahezu jederzeit verfügbar sind. Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung bei jungen Menschen: Jugendliche verbringen durchschnittlich knapp vier Stunden täglich am Smartphone, während 57 % der 14- bis 29-Jährigen regelmäßig KI-Anwendungen nutzen (ARD/ZDF-Medienstudie 2025). Digitale Überlastung ist keine Ausnahme mehr – sie ist Alltag.
Reisen
Die Reisetätigkeit erreichte im Jahr 2025 einen neuen Höchststand: 80,5 % der Deutschen unternahmen mindestens eine Reise, während die Reiseausgaben mit 87,9 Milliarden Euro einen Rekordwert erreichten. Auch weltweit setzt sich dieser Trend fort. Für das Jahr 2025 werden rund 1,5 Milliarden internationale Ankünfte erwartet, bis 2035 prognostiziert die IATA einen Anstieg auf etwa 6,5 Milliarden Flugpassagiere jährlich.
Auf Grundlage dieser Recherche lässt sich ableiten, dass der zunehmende digitale Alltag den Bedarf nach Erholung weiter verstärken wird. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass Reisen zwar häufiger stattfinden, jedoch oftmals unbewusst erlebt werden und dadurch ihr Erholungspotenzial nicht vollständig entfalten. Daraus ergibt sich die Annahme, dass nachhaltige Erholung und intensives Erleben künftig vor allem durch bewusste, aktive Auseinandersetzung mit der Umgebung gefördert werden können.
