04 Recherche - ökologische Nachhaltigkeit

Ökologische Nachhaltigkeit & Festool Data Hub

Im zweiten Themenfeld haben wir ökologische Nachhaltigkeit im Bauhandwerk untersucht und die Dringlichkeit über aktuelle Daten zu Emissionen, Ressourcenverbrauch und Regulatorik greifbar gemacht. Der Bausektor ist weltweit für einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen verantwortlich; Schätzungen gehen von rund 37–40% der energiebedingten Emissionen aus, wenn Bau, Betrieb und Rückbau von Gebäuden zusammen betrachtet werden (u.a. IPCC‑Berichte, UNEP „Global Status Report for Buildings and Construction“). Parallel verschärfen EU‑Klimaziele für 2030 und 2050, der European Green Deal sowie Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und „Zero Emission Buildings“ den Druck auf Bauunternehmen und Zulieferer, Materialströme, Energieeinsatz und Abfälle deutlich zu reduzieren.


Gleichzeitig zeigt die Literatur, dass im Bau erhebliche Effizienzpotenziale ungenutzt bleiben: Studien beziffern den Materialverschnitt auf vielen Baustellen mit zweistelligen Prozentwerten, während Nacharbeiten, Wartezeiten und fehlerhafte Ausführungen regelmäßig zu zusätzlichem Energie- und Ressourceneinsatz führen. Regulatorische Entwicklungen wie Right to Repair, Ökodesign‑Richtlinien und neue Berichtspflichten zu Lebenszyklus‑Emissionen verstärken zudem den Bedarf an belastbaren Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Werkzeugnutzung über Materialeinsatz bis hin zu Baustellenlogistik.


Vor diesem Hintergrund haben wir analysiert, welche Daten im Umfeld von Festool‑Powertools bereits heute entstehen: Laufzeiten, Energieverbrauch, Nutzungsprofile, Wartungszyklen, Fehlerhäufigkeiten, aber auch Informationen zu Materialien, Schnittmustern und Nacharbeiten. Diese Daten werden derzeit vor allem für Service, Wartung und Produktivitätsoptimierung genutzt, bieten aber das Potenzial, Umweltwirkungen auf Projekt- und Werkzeugebene sichtbar zu machen – etwa durch CO₂‑Intensitäten pro Schnitt, Bauteil oder Baustelle. Aus dieser Perspektive entstand die Idee eines Festool Data Hubs, der Werkzeug‑ und Projektdaten bündelt, um Energieverbrauch, Materialeinsatz, Verschnitt und daraus resultierende CO₂‑Emissionen transparent zu machen und Betriebe gezielt bei der Planung und Umsetzung kreislauffähiger, klimafreundlicher Baustellen zu unterstützen.​

Zukunftsbild 2035 (ökologische Nachhaltigkeit)

Im ökologischen Zukunftsbild 2035 sind Baustellen digital vernetzt, Energie- und Materialflüsse kontinuierlich messbar und Prozesse datenbasiert optimiert.

Powertools erfassen automatisch Energieverbrauch, Laufzeiten, Verschnitt und Nacharbeit, speisen diese Daten in digitale Modelle ein und erzeugen CO₂ und Materialkennzahlen, die aktiv zur Steuerung genutzt werden. Dadurch können Abfallmengen sinken, Material wird passgenau eingesetzt und Energie dort genutzt, wo sie wirklich nötig ist. Werkzeuge sind Teil geschlossener Materialkreisläufe mit modularen Komponenten, Rücknahme- und Refurbishment‑Programmen, und in Szenarien bis 2050 wird ökologische Nachhaltigkeit zur betrieblichen Kernlogik.

Zukunftsszenarien Ökologische Nachhaltigkeit
Sustainable Development Goals (SDGs)

Die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen definieren globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030. Sie verbinden ökologische Grenzen mit sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Power Tools wirken in diesem Rahmen als Ermöglicher. Ihr Beitrag entsteht durch Anwendung, Effizienz und Systemwirkung.

SDG 8 adressiert menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Zentrale Targets sind die Steigerung der Produktivität durch technologische Modernisierung (Target 8.2) sowie sichere Arbeitsbedingungen und der Schutz von Arbeitsrechten (Target 8.8). Power Tools erhöhen Effizienz, reduzieren körperliche Belastung und verbessern Arbeitssicherheit. Relevante Indikatoren sind Unfallraten, Produktivitätskennzahlen und der Anteil ergonomisch unterstützter Arbeitsprozesse.

SDG 9 fokussiert auf nachhaltige Industrialisierung und Innovation. Besonders relevant sind Target 9.4 zur Steigerung der Ressourceneffizienz bestehender Industrien und Target 9.5 zur Stärkung von Forschung und Entwicklung. Power Tools sind Teil industrieller Infrastruktur und ermöglichen präzise, energieeffiziente Prozesse. Indikatoren wie Energieverbrauch pro Produktionseinheit, Investitionen in F&E und der Einsatz effizienter Technologien machen diesen Beitrag messbar.

SDG 11 zielt auf nachhaltige Städte und Gemeinden. Relevante Targets betreffen nachhaltige Stadtentwicklung (Target 11.3) und die Reduktion städtischer Umweltbelastungen (Target 11.6). Power Tools unterstützen Sanierung, Reparatur und Instandhaltung im Gebäudebestand. Indikatoren sind Sanierungsquoten, Abfallmengen aus Bauprozessen und Energieeffizienz von Gebäuden.

SDG 12 behandelt nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster. Target 12.2 fordert eine effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen, Target 12.5 die Reduktion von Abfall durch Wiederverwendung und Recycling. Für Power Tools bedeutet das Langlebigkeit, Reparierbarkeit und materialeffizientes Design. Indikatoren sind Produktlebensdauer, Reparaturquote und Materialeinsatz pro Nutzungseinheit.

SDG 13 fokussiert auf Klimaschutz. Relevant ist insbesondere Target 13.2 zur Integration von Klimaschutz in Strategien und Prozesse. Power Tools tragen durch Elektrifizierung, Energieeffizienz und die Unterstützung klimarelevanter Maßnahmen bei. Messbar wird dies über CO₂-Emissionen im Lebenszyklus, Energieverbrauch im Einsatz und den Anteil emissionsarmer Technologien.

SDG 17 unterstreicht die Bedeutung von Partnerschaften. Target 17.16 zielt auf wirksame Kooperationen für nachhaltige Entwicklung. Power Tools sind in komplexe Wertschöpfungssysteme eingebettet. Indikatoren sind strategische Partnerschaften, gemeinsame Standards und verfügbare Nachhaltigkeitsdaten entlang der Kette.

In Summe zeigen die SDGs, wo Power Tools Wirkung entfalten. Targets geben Orientierung. Indikatoren machen Fortschritt überprüfbar.

Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen