03 Prozess + Methodik
Methodische Einarbeitung
Zu Beginn des Projekts haben wir uns mit Methoden aus Design Futuring und strategischer Gestaltung beschäftigt. Ziel war es, das Thema Zukunft systematisch zu erschließen und daraus erste Ansätze für die weitere Arbeit abzuleiten. Dabei haben wir immer wieder zwischen öffnenden und verdichtenden Phasen gewechselt. Zuerst wurden viele Ideen, Beobachtungen und Möglichkeiten gesammelt, anschließend geordnet, bewertet und geschärft. Dieses Prinzip von Divergenz und Konvergenz zog sich durch den gesamten Prozess. Zum Einsatz kamen verschiedene Methoden wie Clustering, „How Might We“-Fragen, das Futures Wheel, das Polak-Spiel und das 2x2-Modell. Damit konnten Themen strukturiert, Perspektiven sichtbar gemacht und erste Schwerpunkte herausgearbeitet werden. Die 2x2-Modelle wurden bereits vor dem STAEDTLER-Workshop entwickelt und dort vorgestellt, um erste Sachverhalte und konzeptionelle Richtungen zu veranschaulichen. Das Modell half dabei, Inhalte zu sortieren und in Beziehung zueinander zu setzen.
STAEDTLER Workshop
Im Vorfeld des STAEDTLER-Workshops wurden auf Basis des Suchfelds Future of Learning erste 2x2-Modelle entwickelt. Dabei wurden die Achsen allein / in der Gruppe sowie analog / digital genutzt, um unterschiedliche Lern- und Nutzungssituationen zu strukturieren. Die daraus entstandenen Sacrificial Concepts wurden im Workshop vorgestellt und gemeinsam weitergedacht. Dadurch konnten erste konzeptionelle Richtungen sichtbar gemacht und in den weiteren Prozess überführt werden.
Ableitung Strategischer Gestaltungskriterien
Aus den gesammelten Beobachtungen, Diskussionen und Rückmeldungen wurden zentrale Themen herausgearbeitet und verdichtet. Daraus ließen sich erste strategische Gestaltungskriterien ableiten. Im Fokus standen dabei vor allem die Frage, was STAEDTLER als Marke ausmacht, welche Rolle analoge und digitale Werkzeuge in Zukunft spielen können und welche Anforderungen sich für Thinking Tools 2035 ergeben. Dabei wurde früh deutlich, dass das Analoge nicht vollständig ersetzt werden soll, sondern weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Gerade dieser Aspekt war für die weitere Ausrichtung des Projekts zentral. Die Kriterien helfen dabei, die Entwicklung besser zu strukturieren und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.
Zukunftsbild
Im nächsten Schritt wurden Zukunftsbilder entwickelt, um mögliche Entwicklungen für 2035 greifbarer zu machen. Dabei ging es darum, denkbare und wünschenswerte Zukünfte zu formulieren und erste strategische Richtungen abzuleiten. Unser Zukunftsbild geht davon aus, dass KI Kinder früh begleitet und Lernwege stärker personalisiert. Lernen orientiert sich dabei weniger am Alter, sondern an Interessen und Kompetenzen. Schule wird praxisnäher gedacht, und auch Leistungsbewertung verändert sich: Statt Noten treten künftig eher Zertifikate, Levels und digitale Kompetenzprofile. Zur Konkretisierung wurde außerdem eine Persona entwickelt: Maxima. Sie steht für ein kindliches Nutzungsverhalten, das von digitalen Medien, Neugier und schneller Technikaffinität geprägt ist, aber auch Schwächen wie Ablenkbarkeit und geringe Teamorientierung zeigt.
