04 Konzept

Kurzbeschreibung

Aus unseren Fokusthemen entwickelten wir ein Konzept, das sich in drei aufeinander aufbauende Bereiche gliedert.

Part I: Die Kommunikationsstrategie widmet sich der Frage, wie die Werte und die Identität der Marke STAEDTLER klarer und sichtbarer vermittelt werden können. Aufbauend auf den bereits bestehenden Grundstrukturen wird die Marke so positioniert, dass ihr Anspruch als Anlaufstelle für Kreativität nach außen erfahrbar wird.

Part II: Den Kern bildet der STAEDTLER Hub: ein physischer Ort, der als Oase in der digitalen Welt Kreativität ohne Scham möglich macht. Hier verbinden sich Verkauf, Ausprobieren, Lernen und Austausch zu einem Erlebnisraum, der Menschen einen angst- und wertungsfreien Zugang zu kreativem Arbeiten bietet.

Part III: Signature Products entstehen im Hub und ergänzen das Konzept um konkrete Produktideen, die den Charakter und die Werte des Hubs greifbar machen und die Verbindung zwischen kreativem Erlebnis und der Marke Staedtler herstellen.

Vision und Mission

Um unser Konzept auf ein klares Wertefundament zu stellen, formulierten wir mithilfe des Vision & Mission Statements eine gemeinsame Vision und Mission für den STAEDTLER der Zukunft. Sie beschreibt das übergeordnete Zukunftsbild, an dem sich unser gesamtes Konzept ausrichtet.

Vision

Unsere Vision lautet: Wir glauben an Kreativität als Kernkompetenz der Zukunft und daran, dass jeder Mensch kreativ sein kann. Dieser Leitgedanke steht im Zentrum all unserer Überlegungen. Wir verstehen Kreativität nicht als exklusives Talent, das nur wenigen Menschen vorbehalten ist, sondern als eine grundlegende Fähigkeit, die in jedem Menschen angelegt ist und in einer zunehmend digitalen Zukunft immer wichtiger wird. Vor diesem Hintergrund träumen wir von einer Gesellschaft, die mutig in ihrer Kreativität ist, einer Gesellschaft, die nicht von Konkurrenz und Perfektion geprägt ist, sondern von Gemeinschaft und Miteinander. Der Spaß am kreativen Arbeiten sowie der Prozess selbst stehen über dem Endergebnis.

Damit richtet sich unsere Vision bewusst gegen zentrale Tendenzen der Gegenwart und der von uns skizzierten Zukunft: gegen den ständigen Vergleich, gegen Perfektionsdruck und gegen ein Cognitive Offloading, das kreatives Denken zunehmend an Technologie abgibt. Wir wollen eine Gesellschaft, in der diese Entwicklungen vermieden werden und den Menschen stattdessen ein bewusster Ausgleich zur digitalen Welt geboten wird. Ein Raum, in dem sie ihre Kreativität ohne Scham und Perfektionismus ausleben können und in dem Kreativität als selbstverständlicher Teil des Alltags erfahrbar wird.

Aus dieser Vision leitet sich unser konkreter Handlungsauftrag ab: Wir wollen daran mitwirken, dass die Gesellschaft mutig in ihrer Kreativität ist: getragen von Gemeinschaft und Miteinander und vom Spaß am kreativen Arbeiten, bei dem der Prozess und nicht das Endergebnis im Mittelpunkt steht.

Mission

Während die Vision das übergeordnete Zukunftsbild beschreibt, konkretisiert die Mission, wie wir zu diesem Ziel beitragen wollen. Mithilfe des Mission Statements formulierten wir daher einen klaren Handlungsauftrag für den STAEDTLER der Zukunft.

Unsere Mission lautet: Menschen dabei zu ermutigen, ihre Kreativität zu entdecken und ohne Scham kreativ zu arbeiten. Im Zentrum steht dabei eine klar umrissene Zielgruppe: Menschen, die sich selbst nicht als kreativ empfinden und Menschen, die an ihrer eigenen Kreativität zweifeln da sie sich mit anderen vergleichen oder glauben, andere könnten es besser. Auch Menschen, die eine Auszeit von der digitalen Welt suchen und wieder etwas Analoges mit den Händen schaffen möchten sind Teil dieser Zielgruppe. Genau diese Menschen wollen wir dabei unterstützen, wieder Zugang zu ihrer eigenen Kreativität zu finden.

Um dies zu erreichen, motivieren und ermutigen wir Menschen, aus vorgegebenen Rastern auszubrechen und ihre eigene Kreativität wiederzuentdecken. Wir nehmen dabei bewusst Druck und Scham aus kreativen Aktivitäten heraus, denken nicht ergebnisorientiert und rücken den Wert menschlicher Kreativität wieder in den Vordergrund. Statt Konkurrenz und Perfektion fördern wir Gemeinschaft, offenen Austausch und die Rückbesinnung auf menschliche Intuition. Werte wie Neugier, Offenheit und der Mut, „ins Machen zu kommen“, stehen dabei im Mittelpunkt: ohne Bewertung, ohne Perfektionsanspruch.

Zugleich verstehen wir unsere Mission auch als Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Menschen: In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernimmt, helfen wir Menschen, sich eigene kreative Fähigkeiten anzueignen, die sie unabhängiger von KI machen und die sie in ihrer persönlichen wie beruflichen Zukunft stärken. So leistet unsere Mission nicht nur einen Beitrag zum individuellen Wohlbefinden, sondern auch zur Stärkung menschlicher Kreativität als Kernkompetenz in einer digitalen Welt.

Part I: Kommunikationsstrategie

Wir haben uns das Branding und die Kommunikationsmittel von STAEDTLER genauer angesehen und dabei festgestellt, dass es in der Vergangenheit keine klar ersichtlichen Markenwerte gab, oder diese zumindest nicht kommuniziert wurden. Somit bleibt der Charakter der Marke unklar.

Ein wichtiger Bestandteil davon ist, dass es viele Submarken gibt, die zu sehr von der Kernmarke abweichen. Unsere Empfehlung ist es daher, die Gesamt-Marke stärker hervorzuheben und die Submarken mit einem kohärenten Erscheinungsbild über alle Ausführungen hinweg zu repräsentieren. Damit STAEDTLER als wiedererkennbare Marke registriert werden kann, Muss der Charakter der Marke in allen Produkten ersichtlich sein. Neben einem übergreifenden Gestaltungssystem kann eine klare Vermittlung der Markenwerte hierzu ebenfalls beitragen. Mission und Vision müssen also ersichtlich aus den Produkten hervorgehen.

Es spielt auch eine Rolle, wo man kommuniziert. Nicht jeder Kanal ist für den selben Zweck geeignet und auch die Art der Kommunikation unterscheidet sich in verschiedenen Medien. Man muss immer bedenken, welche Zielgruppe man anspricht und was man erreichen will. Gleichzeitig sollte eine Marke, wenn möglich, mit Emotionen und Motivationen in Ihrer Kommunikation arbeiten und auch auffälligere Kampagnen auffahren. Wenn es die Mission STAEDTLERs ist, Menschen dazu zu ermutigen, ihre Kreativität zu entdecken und dabei keine Scham zu empfinden, dann muss man dies in das Storytelling der Kommunikation mit einarbeiten. Wie sieht diese Erfahrung für die Menschen aus? Was sind ihre Ängste? Was verursacht Scham? Und wie können sie sich mit STAEDTLER sicherer fühlen in ihrem Lernprozess?

Damit wollen wir eine größere Sichtbarkeit der Marke erreichen. STAEDTLER soll eine Identität erhalten und diese muss von den Menschen auch als solche erkannt werden. So schaffen wir eine emotionale Verbindung zwischen den Kunden und der Marke.

Für unser Creative Gym haben wir die bestehenden Gestaltungselemente der Marke verwendet und für die neue Submarke angepasst. Auf diese Art weicht die Gestaltung nicht ausschlaggebend von der Hauptmarke ab und ist trotzdem in der Lage, die Besonderheiten des Hubs zu kommunizieren.

Wir arbeiten immer mit drei Ebenen. Die erste ist eine ruhige Basis. Dies kann zum Beispiel ein weißer Hintergrund sein, welcher ein unbeschriebenes Blatt symbolisiert oder eine leere Leinwand. Darauf liegt eine minimalistische Typografie-Ebene, die zur Vermittlung von Informationen dient. Als letztes legen wir noch eine chaotische Ebene darüber. Diese steht sinnbildlich für „Kreativität“ und kann in Form von Kritzeleien, grob ausgeschnittenen Bildern oder Collagen geschehen. Durch die reduzierteren Ebenen darunter erhält diese dritte Ebene eine geeignete Bühne und wirkt nicht zu überladen. Das System bleibt einheitlich, aber nie langweilig. Jede Anwendung darf anders aussehen und ist trotzdem sofort als STAEDTLER erkennbar.

Part II: STAEDTLER Hub

Der STAEDTLER Hub ist als offener, rechteckiger Raum konzipiert, der sich um den zentral platzierten Infostand entfaltet. Dieser verbindet alle wichtigen Bereiche des Hubs miteinander und befindet sich mittig im vorderen Teil des Raumes. Durch seine Baumstruktur zieht er beim Betreten sofort den Blick auf sich: Vom Stamm aus verzweigen sich die Äste in Richtung der verschiedenen Bereiche und laden zum eigenständigen Erkunden ein. Besucher müssen keiner vorgegebenen Route folgen – sie können den Raum frei entdecken oder sich nach einer ersten Orientierung am Infostand gezielt dorthin bewegen, wo ihre Interessen liegen.

Die vordere Hälfte des Raumes bietet dabei einen einladenden Ankerpunkt: Hier werden neben den STAEDTLER-Produkten auch Ergebnisse aus dem Creative Gym ausgestellt. Diese Werke müssen nicht perfekt sein – und genau darin liegt ihre Stärke. Wer beim Betreten sieht, dass hier auch Unfertiges und Unperfektes seinen Platz hat, dem fällt es leichter, die eigene Scham vor dem kreativen Schaffen abzulegen.

Die hintere Hälfte des Raumes widmet sich dem Erleben selbst: Hier finden Besucher alles, was sie brauchen, um selbst ins Machen zu kommen – ob spontan und auf eigene Faust oder gemeinsam in einem Workshop. Gleichzeitig stärkt dieser Bereich die Verbindung innerhalb der Community: Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus und tauchen gemeinsam in den kreativen Prozess ein.

Aufbau

Der Infostand befindet sich direkt am Eingang. Eine baumförmige Holzsäule erstreckt sich vom Boden bis zur Decke, ihre Äste laufen in STAEDTLER Stiften aus. Hier können sie sich orientieren, Fragen stellen, ihre STAEDTLER Card verwalten und einchecken – von hier aus beginnt das Erlebnis. Zusätzlich steht ein KI-Assistent bereit, der auf die Bedürfnisse der Besucher eingeht und ihnen passende Produkte empfiehlt. Die zentrale Lage ist bewusst gewählt: Als erste Anlaufstelle verbindet der Infostand alle Bereiche des Hubs miteinander.

Links neben dem Infostand befindet sich der Produkt- und Testbereich. Ein hohes Produktregal präsentiert das STAEDTLER Portfolio, wobei die Produkte nach Farbe, Funktion und Kategorie sortiert sind und so einen guten Überblick über das Sortiment geben. Der Testbereich davor besteht aus einem langen Tisch mit einer ausgerollten Papierbahn, an dem die Besucher die Produkte direkt selbst ausprobieren können.

Der Leihstand ist eng mit dem Aktivitätsbereich verbunden. In transparenten Boxen stehen fertig zusammengestellte Material-Sets bereit, die die Besucher gegen eine Gebühr oder mit der STAEDTLER Card ausleihen können. Eigene mitgebrachte Materialien sind dabei ausdrücklich erlaubt – das Ausleihen der STAEDTLER Produkte ist ein Angebot, das ein besseres Erlebnis ermöglicht, aber keine Voraussetzung.

Als Aktivitätsbereich dient eine offen gestaltete Arbeitszone mit mehreren Arbeitstischen, die selbst organisiertes kreatives Arbeiten ohne Anmeldung und ohne festes Programm ermöglicht. Besucher können den Bereich allein oder gemeinsam nutzen und dabei sowohl eigene als auch gekaufte oder ausgeliehene Materialien einsetzen. Dadurch entsteht ein niedrigschwelliger Raum, der spontanes Ausprobieren ebenso fördert wie das gemeinsame Erleben kreativer Prozesse.

Der Creative Gym ist das Herzstück des Hubs. Der Grundgedanke: Kreativität wird nicht als angeborenes Talent verstanden, sondern als Fähigkeit, die sich – ähnlich wie ein Muskel im Fitnessstudio – gezielt und regelmäßig trainieren lässt. Räumlich ist der Bereich über eine einziehbare Glaswand abtrennbar und dadurch modular nutzbar: mal offen in den Hub integriert, mal als geschützter Kursraum.

Inhaltlich steht nicht das fertige Ergebnis im Mittelpunkt, sondern der Prozess. Die Kurse verfolgen dabei drei übergeordnete Ziele: Hürden wie Scham und Perfektionismus abzubauen, ein strukturelles Verständnis für Gestaltung zu entwickeln und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Übergeordnet geht es darum, die eigene Intuition wiederzuentdecken und ohne Bewertungsdruck kreativ zu werden.

Die Kurse finden regelmäßig statt und lassen sich einzeln oder als aufeinander aufbauende Kursreihe belegen. Die Zeiten sind flexibel über die Woche und das Wochenende verteilt, sodass für unterschiedliche Tagesabläufe passende Angebote entstehen. Die Kurse sind in der Membership enthalten, können aber auch ohne Mitgliedschaft einzeln gebucht werden. Darüber hinaus lässt sich der Bereich für geschlossene Firmen- und Team-Workshops reservieren, bei denen Unternehmen den Creative Gym gezielt für gemeinsame kreative Sessions nutzen.

Ähnlich wie ein Gym verschiedene Trainingsformate anbietet, lebt auch der Creative Gym von der Vielfalt seiner Kurse. Design-Methoden wechseln sich mit spielerischen Formaten ab: Rollenspiele, bei denen die Teilnehmenden über einen Charakterausweis und eine Verkleidung in eine andere Rolle schlüpfen und so mit weniger Druck agieren, Techniken wie Papier zerreißen oder Collagieren, Achtsamkeitsformate sowie Futuring-Methoden wie der Future Cone. Diese Bandbreite ist bewusst gewählt: Unterschiedliche Formate sprechen unterschiedliche Menschen an, halten die Motivation hoch und erlauben es, das eigene kreative Training nach Interesse und Zeit selbst zusammenzustellen. Ein Beispiel für ein durchgängiges Kursformat ist der Signature-Product-Kurs, der im weiteren Verlauf näher vorgestellt wird.

Entlang der rechten Wand erstreckt sich der Ausstellungsbereich, der bewusst als Aufenthaltsort gedacht ist – ein Ort zum Ankommen, Verweilen und Inspiration sammeln. Ihm liegt das Prinzip „Everything is your canvas” zugrunde: Der Gedanke, dass sich kreatives Gestalten nicht auf Leinwand oder Papier beschränken muss, sondern jedes Material als Träger dienen kann. Ausgestellt werden entsprechend nicht nur klassische Bilder, sondern bemalte Tassen, Vasen, Boxen, Lampenschirme und ähnliche Objekte – so grenzenlos wie die Vorstellungskraft, aus der sie entstehen.

Gezeigt wird, was im Creative Gym oder in selbst organisierten Aktivitäten entsteht – Arbeiten von Anfängern und Künstlern stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander. Willkommen ist jedes Werk, das etwas ausdrückt; eine bestimmte ästhetische Schwelle muss es nicht erfüllen. Die Werke müssen nicht perfekt sein, und genau das ist die Absicht: Wer sieht, dass andere einfach machen und ausstellen, verliert die Scham vor dem eigenen Schaffen. So wird aus Scham Motivation und der Mut, selbst kreativ zu werden.

Businessmodell

Der Hub finanziert sich bewusst nicht über eine einzige Einnahmequelle, sondern über fünf Säulen, die sich gegenseitig stützen.

Die erste und wichtigste ist die Membership, ein Abo-Modell. Mitglieder zahlen weder Leih- noch Kursgebühren und erhalten Loyalitätsprämien. Das schafft eine stabile, wiederkehrende Einnahme und bindet Menschen langfristig an den Hub. Die zweite Säule sind die Kurse: Wer keine Membership hat, kann Kurse trotzdem einzeln über eine Teilnahmegebühr buchen, sodass der Zugang offen und niedrigschwellig bleibt. Drittens die Leihgebühren – Material und Werkzeug im Kreativbereich lassen sich ausleihen, ohne alles gleich kaufen zu müssen. Viertens die Verkaufsfläche als klassisches Retail, also der Direktverkauf von Produkten und Material vor Ort. Und fünftens der B2B-Bereich(Business-to-Business), in dem Projektfläche und Kurse auch Geschäftskunden zur Verfügung stehen – etwa für Teams und Firmen-Events.

Verbunden werden diese Bereiche durch ein einfaches Punktesystem, das regelmäßiges Kommen belohnt. Punkte sammelt man bei allem, was man im Hub ohnehin tut: bei jedem Einkauf, bei jedem Kurs und bei jeder Leihgabe – Kreativität und Teilnahme zahlen sich also automatisch aus. Ab einer bestimmten Punktzahl lassen sie sich gegen echte Mehrwerte einlösen: exklusive oder saisonale Extras von Artists, zusätzliche Produkte oder Rabatte. Belohnt wird damit genau das Verhalten, das den Hub trägt – Wiederkommen und Dranbleiben. Da sich die Artist-Extras immer wieder verändern, entsteht zusätzlich ein Anreiz, regelmäßig vorbeizuschauen.

STAEDTLER Card

Damit sich all das – die ausgeliehenen Produkte, die Kurse, das Creative Gym – möglichst einfach und regelmäßig nutzen lässt, braucht es einen unkomplizierten Schlüssel. Genau das ist die STAEDTLER Card. Sie ist das verbindende Element des Hubs und macht aus einzelnen Besuchen einen wiederkehrenden Kreativ-Alltag.

Die Karte erfüllt dabei mehrere Funktionen: Sie zeigt Zugang und den eigenen Status an – also welche Kurse und Bereiche offenstehen –, ermöglicht unkompliziertes Zahlen ohne Umwege und sammelt die Punkte, die das regelmäßige Kommen belohnen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Mitgliedern und Normalkunden: Wer einfach nur reinschnuppern möchte, kann das jederzeit, während die Membership den Stammgästen echte Vorteile bietet und sie zu einem festen Teil der Community macht.

Auch gestalterisch trägt die Karte die Handschrift des Hubs: „Everything is your canvas” und das Doodle-Design ziehen sich bis ins kleinste Detail durch. Die Karte muss dabei nicht zwingend eine Karte sein – sie lässt sich ebenso in Form eines Stiftes gestalten.

Roadmap

Ein Hub entsteht nicht über Nacht. Deshalb ist die Entwicklung in klare Phasen gegliedert – ein Fahrplan, der Schritt für Schritt auf die Eröffnung fester Standorte hinarbeitet.

Den Anfang macht ab 2028 der Proof-of-Concept. Bevor in feste Standorte investiert wird, wird die Idee dort getestet, wo die kreativen Menschen ohnehin schon sind: auf Kreativmessen. Hier zeigt sich, ob das Konzept zieht, und es lässt sich erstes Feedback sammeln.

Ab 2030 folgt der Community-Aufbau, für den die Pop-up-Stores das zentrale Werkzeug sind. Sie lassen sich als mobiles, fahrbares Creative Gym verstehen – der Hub-Gedanke auf Rädern, der durch die Städte tourt. So gelangt das Erlebnis direkt zu den Menschen, Stadt für Stadt entsteht eine Community, und die Marke wird erlebbar, lange bevor der erste feste Standort steht. Der Pop-up ist damit nicht nur Werbung, sondern zugleich Testlauf und Türöffner für den eigentlichen Hub.

Sobald das System funktioniert, folgt ab 2035 die Skalierung: Erste feste Pilot-Hubs entstehen in zentralen Städten, das Pop-up-Konzept läuft parallel weiter, und die Angebote werden auf Handel, Schulen, Unternehmen und Events ausgeweitet. Langfristig steht die Institutionalisierung – STAEDTLER entwickelt eigene Programme rund um kreatives Training und wird vom Stiftehersteller zum Partner für Kreativität. Das Ziel ist ein etabliertes Marken-Ökosystem, dessen Hubs perspektivisch über Deutschland hinaus in weitere Kern-Städte und schließlich weltweit wachsen.

Part III: Signature products

Signature Products

Idee und Funktion

Der dritte Teil unseres Konzepts sind die Signature Products. Damit bezeichnen wir keine klassischen Produkte, die lediglich im Hub verkauft werden, sondern eigens entwickelte Kursformate, aus denen Produkte entstehen. Also die konkrete Anwendung unseres Hub-Konzepts. Sie bilden das Alleinstellungsmerkmal des STAEDTLER-Hubs und übersetzen unseren Leitgedanken „Everything is your canvas“ in eine konkrete Erfahrung. Die Teilnehmenden kaufen also nicht nur ein fertiges Objekt, sondern durchlaufen einen kreativen Prozess, in dem sie selbst gestalten, experimentieren und am Ende erleben, wie aus ihren Ideen ein reales Produkt werden kann.

Die Signature-Product-Kurse sind bewusst niedrigschwellig aufgebaut. Sie richten sich auch an Menschen, die sich selbst nicht als kreativ empfinden oder Angst vor dem leeren Blatt haben. Deshalb beginnt der Kurs nicht mit der Aufforderung, sofort etwas Eigenes zu erfinden. Stattdessen gibt es eine klare Methode, die Orientierung bietet und Schritt für Schritt ins kreative Arbeiten führt (ähnlich wie bei Patternhouse). Der Fokus liegt nicht auf perfektem Zeichnen, sondern auf Beobachten, Zerlegen, Kombinieren und Weiterentwickeln.

Der kreative Prozess

Ein Signature-Product-Kurs gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Schritte. Zuerst kommen die Teilnehmenden in offenen Gruppen zusammen. Die Zusammenarbeit ist dabei bewusst kollaborativ gedacht: Es geht nicht um Konkurrenz oder Bewertung, sondern um gemeinsames Arbeiten und gegenseitige Inspiration. Anschließend folgt die Dekonstruktion. Bilder, Gemälde, Objekte oder Gebäude aus der realen Welt werden in ihre geometrischen Grundformen zerlegt. Dadurch lernen die Teilnehmenden, hinter bestehende Formen zu schauen und ihre visuelle Struktur zu verstehen.

Aus diesen Grundformen entstehen im nächsten Schritt eigene Muster. Die Formen werden neu kombiniert, wiederholt, vergrößert, gespiegelt oder flächig ausgebreitet. So wird aus der Analyse etwas Eigenständiges. Beim anschließenden Sammeln werden die entstandenen Muster zusammengetragen und für andere zugänglich gemacht. Dadurch können die Arbeiten weiterentwickelt werden: Ein Muster muss nicht bei einer Person enden, sondern kann Teil eines gemeinsamen gestalterischen Prozesses werden.

Teilnehmende können verschiedene STAEDTLER-Werkzeugen und Techniken einsetzen. Dabei können beispielsweise Schablonen, positive und negative Formen, unterschiedliche Linienqualitäten oder verschiedene Stifte zum Einsatz kommen. Dann kommt die Farbgebung dazu.

Den Abschluss bildet die Rekonstruktion. Die zuvor zerlegten und neu entwickelten Elemente werden nach einer neuen Logik zusammengesetzt. Aus dem ursprünglichen Objekt, Bild oder Gebäude entsteht etwas Eigenständiges, das sich nicht mehr als Kopie versteht, sondern als neue gestalterische Interpretation. Der rote Faden des Kurses führt damit vom Analysieren über das Gestalten bis zum Neu-Erschaffen.

Ausgewählte Muster werden im nächsten Schritt an Kollaborationspartner weitergegeben, die daraus vollständige Produkte fertigen können, zum Beispiel Objekte, Textilien, Geschirr, Leuchten oder andere gestaltete Alltagsgegenstände. So wird aus einem einfachen Muster ein reales Signature Product.

Wir haben uns hochwertige Lampenschirme als Signature Product ausgedacht. Diese werden aus den in den Kursen entstandenen Mustern gefertigt. Um die Produktion kümmern sich Kollaborationspartner wie z.B. Atelier Winter in diesem Fall. Durch Rahmung entsteht ein hochwertiges Kreativ-/Designobjekt dass sinnbildlich durch buntes Licht die Kreativität in die eigenen vier Wände zurück holt. Das ist besonders in unserem definierten Zukunftsszenario relevant.

Zusätzlich wird das entstandene Ergebnis digital gesichert und den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Dadurch bleibt der analoge Prozess nicht flüchtig, sondern kann dokumentiert, weiterverwendet oder erneut aufgegriffen werden. Das Digitale dient hier nicht als Ersatz für das kreative Arbeiten, sondern als Erweiterung: Es bewahrt das Ergebnis, macht den eigenen Fortschritt sichtbar und verbindet den analogen Hub mit zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten.

Die Signature Products zeigen damit, wofür der STAEDTLER-Hub steht: Kreativität wird nicht als exklusives Talent verstanden, sondern als trainierbarer Prozess. Menschen werden angeleitet, aus bestehenden Rastern auszubrechen, eigene Entscheidungen zu treffen und gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen. Das Produkt ist nicht der einzige Zweck, sondern der sichtbare Beweis dafür, dass aus kleinen, unperfekten und spielerischen Schritten etwas Eigenes entstehen kann.

Bedeutung für STAEDTLER

Für STAEDTLER entsteht dadurch mehr als ein einzelnes Produkt. Das Signature Product ist ein Format, das Produkte, Community und Markenerlebnis miteinander verbindet. STAEDTLER wird nicht nur als Anbieter von Stiften und Materialien sichtbar, sondern als Ermöglicher kreativer Prozesse.

Die Marke stellt Werkzeuge, Räume, Anleitung und Kooperationen bereit, durch die Menschen ihre eigene Kreativität entdecken und weiterentwickeln können. So wird die Markenbotschaft nicht nur kommuniziert, sondern praktisch erfahrbar gemacht.

Zukunftspotenzial

Das Signature Product ist skalierbar und kann in unterschiedlichen Kontexten angewendet werden: in Kursen, Pop-up-Formaten, Kooperationen mit Künstler:innen oder Partnerschaften mit anderen Marken. Unterschiedliche Materialien und Oberflächen eröffnen immer neue Anwendungen.

So entsteht ein flexibles System, das zum STAEDTLER-Hub passt und die zentrale Botschaft des Projekts vermittelt: Kreativität ist nicht exklusiv, nicht perfekt und nicht nur Kunst. Sie beginnt im Tun und kann überall sichtbar werden.

Video

Zur Vermittlung unseres Konzepts entstand ein kurzes Video, das sich zwischen Info- und Werbefilm bewegt. Es führt in die Idee des Staedtler Hubs ein und inszeniert diesen zugleich als Einladung zur Eröffnung. Das Video vermittelt die Grundidee des Hubs als Oase in der digitalen Welt: ein Ort, an dem Kreativität ohne Scham und Perfektionsdruck erlebbar wird.