05 Methodik

Value Proposition, Stakeholder Pains und strategischer Hebel

Der Value Proposition Canvas hilft uns, die strategische Relevanz unseres Themas für verschiedene Stakeholder sichtbar zu machen. Auf Seiten von Festool erkennen wir, dass Werkzeuge zu früh ausfallen, weil Wartung nicht rechtzeitig passiert, dass reale Nutzungs und Fehlerdaten fehlen und dass Refurbishment unter diesen Bedingungen nicht skalieren kann. Händler müssen Ersatzgeräte vorhalten, schnell liefern und komplexe Prozesse erklären, ohne direkten Supportkanal zum Hersteller zu haben, was zusätzliche Arbeit und potenzielle Fehler in der Beratung bedeutet. Professionelle Kundinnen und Kunden benötigen maximale Verfügbarkeit, erleben Servicezeiten als zu lang und Ersatzteile als teuer und sehen sich umständlichen Einsendeprozessen und einer wenig nachhaltigen Logistik gegenüber, obwohl sie grundsätzlich in der Lage wären, selbst zu reparieren. Private Kundinnen und Kunden stehen vor ähnlichen Hürden bei geringerem Fachwissen und einem starken Wunsch nach einfachem, nachhaltigem Konsum. Gemeinsam ist allen Gruppen ein strukturelles Problem aus fehlender Frühdiagnose, wenig Daten und langsamen, kaum zirkulären Prozessen.

Aus dieser Analyse entsteht unser Value Proposition Statement. Für Festool, das heute hohe Kosten durch manuelle Fehleranalysen und ein noch nicht skaliertes Refurbishment System trägt, bietet unser Konzept ein vernetztes Powertool Ökosystem mit integriertem KI Datenchip. Dieser Chip diagnostiziert Fehler automatisch, liefert wertvolle Nutzungsdaten für die Produktentwicklung, reduziert Serviceaufwand und stärkt gleichzeitig die zirkuläre Wertschöpfung. Dieser Mehrwert bildet den inhaltlichen Kern unseres Angebots.

MVP, Roadmap und RFID Zukunftsvision

Unsere Minimal Valuable Product Definition und das Zukunftsszenario hängen eng zusammen. Wir denken beide gemeinsam als dreistufige Roadmap von einem realistischen Einstieg bis zur voll ausgebauten Vision 2035. Im Zentrum steht ein RFID fähiges Werkzeugsortiment mit digitalem Werkzeugpass, das Reparaturen, Teile und Nutzung dokumentiert. Kundinnen und Kunden kaufen ein Werkzeug, installieren eine App, scannen das Gerät, sehen Zustand und benötigte Ersatzteile, entscheiden sich für eine DIY Reparatur, den Service oder einen Tausch und geben Altgeräte in ein Rücknahmesystem zurück, statt sie zu entsorgen.

Als Minimum Viable Product definieren wir radikale Modularität, einen digitalen Produktpass und eine erste Rücknahme Infrastruktur, die zentrale rechtliche Anforderungen wie das Recht auf Reparatur erfüllt. Die Good to have Stufe ergänzt ein Smart Diagnostic System, das Verschleiß misst, Fehler präzise anzeigt, eine DIY Reparatur App bereitstellt und ein standardisiertes Refurbishment mit kurzen Durchlaufzeiten ermöglicht. In der Nice to have Stufe erreichen wir voll ausgebaute Predictive Maintenance, Peer to Peer Reparatur Netzwerke, upgradefähige Gerätegenerationen und eine gamifizierte Community App, in der sich ein ganzes Ecosystem um das Werkzeug bildet.

In der zeitlichen Roadmap verorten wir diese Stufen zwischen Gegenwart, einem fünfjährigen Horizont und dem Jahr 2035. Die Gegenwart fokussiert auf Pilotprojekte, Designrichtlinien, IT Grundlagen und organisatorische Verankerung. Fünf Jahre später sind RFID und digitale Produktpässe Standard in den wichtigsten Produktlinien, Rücknahme und Refurbishment Prozesse sind etabliert und datenbasierte Services laufen. Zehn Jahre später ist das Portfolio vollständig modular, diagnostizierbar und upgradefähig, Rücklaufquoten liegen bei mindestens fünfzehn Prozent und ein Großteil des Umsatzes entsteht durch Kreislauf, Services und Daten.