08 Konzeption

Unsere Konzeption basierte auf der Idee, klassische Handwerkswerkzeuge durch einen vernetzten Sensorenstack zu erweitern. Wir haben definiert, welche Daten relevant sind – wie mechanische Belastung, Vibration, Materialwiderstände, Positionen im Raum sowie Energie- und Leistungsprofile – und wie diese erfasst werden können. Ergänzt durch Temperatur- und Stromsensoren sollte ein präzises Nutzungsprofil entstehen, das reale Arbeitsbedingungen sichtbar macht.
Ein weiterer konzeptioneller Schwerpunkt lag auf der Verarbeitung und Nutzung dieser Daten. Ziel war es, Erkenntnisse über Arbeitsprozesse zu gewinnen, Fehler frühzeitig zu erkennen, Abläufe effizienter zu gestalten und die Sicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig konnten wir auf Grundlage der Daten Verbesserungspotenziale für Werkzeugentwicklung, Produktdesign und Prozessoptimierung ableiten.
Die Konzeption wurde iterativ entwickelt: Erste Ideen entstanden aus Recherchen und Workshops bei Festool, darauf aufbauend erstellten wir Skizzen, Szenarien und Visualisierungen, um die Umsetzung der Sensorik und die Darstellung von Daten im Nutzungskontext zu testen.
Die technische Umsetzung von Festool Insight baut auf drei Ebenen auf: Sensorik, lokale Intelligenz und AR‑Visualisierung.
Sensorik im Smart‑Akku: Ein integrierter 3‑Achsen‑Vibrationssensor (MEMS, kombiniert mit Temperatur) misst Hand‑Arm‑Vibrationen und Akku‑Temperatur hochauflösend. Stromaufnahme, Spannungsschwankungen und optionale Drehzahldaten (direkt oder abgeleitet) ermöglichen präzise Werkzeugzustandsüberwachung. Laufzeit, Zyklen und Lastspitzen werden gezählt, um Aufgabendauer und Ermüdung abzuleiten.
Edge‑AI im Akku: Ein lokaler Edge‑AI‑Controller wertet Vibrationen, Strom und Temperatur in Echtzeit aus. Anomalien wie Blockaden, stumpfe Blätter, falscher Anpressdruck oder Überhitzung werden erkannt. Statt Rohdaten erzeugt er komprimierte Statusmeldungen: „Vibration zu hoch – Pause“, „Blatt stumpf – wechseln“, „Werkzeug überlastet – Druck reduzieren“.
Vernetzung zur AR‑Brille: Über BLE sendet der Akku diese Zustände als einfache Codes an die Brille. Diese kombiniert sie mit Raumkontext aus Kamera + Tiefensensor, die vor Ort mit einem geladenen BIM‑Modell (Rohrverläufe, Montagepunkte, Sicherheitszonen) abgeglichen werden. Ergebnis: Positionsgenaue Einblendungen im Sichtfeld.
Plattform‑Integration: Projektsoftware (Checklisten, Gefährdungsbeurteilungen) und weitere Sensoren (Beacons, Maschinen) liefern über Festool Inside kontinuierliche Updates. Das System lernt federated aus Nutzungsdaten und verfeinert Warnungen sowie Arbeitsempfehlungen autonom – personalisiert und prädiktiv.