1. Exploration

Methodische Herleitung

STEEP – Signale und Trends

Die Basis unserer Exploration bildete ein Horizon-Scanning mittels STEEP (Social, Technological, Economic, Environmental, Political). Dies ermöglichte uns zu Projektbeginn, eine Vielzahl an Entwicklungen, von schwachen Signalen bis hin zu Megatrends, im Handwerk zu identifizieren. Das zentrale Ergebnis dieser Phase: Das Handwerk steht vor einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von steigendem Fachkräftemangel, neuen nachhaltigen Material-und Arbeitsprozessen und stärkeren Regularien.

STEEP

Future Wheels – Vertiefung und Konsquenzen

Aufbauend auf diesen Signalen nutzten wir die Methode Future Wheel, um ausgewählte Trends auf ihre direkten und indirekten Konsequenzen hin zu untersuchen. Wir analysierten Felder wie Design for Disassembly, energieautarkes Handwerk und Holz-Hybrid-Bau. Die Visualisierung machte systemische Dominoeffekte sichtbar, die von intelligenten Stromnetzen bis hin zu ökologischen Risiken wie der vermehrten Rodung von Wäldern reichen.

Future Wheel

2x2 Szenarien

Die 2×2-Szenarien sind eine effektive Methode, um aus den Fundstücken und Erkenntnissen der Exploration konsistente und unterscheidbare Zukunftsszenarien abzuleiten. Durch die Kombination von jeweils zwei zentralen Entwicklungsdimensionen werden unterschiedliche Szenarioräume aufgespannt, mit Erkenntnissen angereichert und inhaltlich charakterisiert. Auf diese Weise entstehen erste Narrative möglicher Zukünfte.

2x2 Szenario

Name it – Verdichtung und Verständlichkeit

Um die komplexen Zukunftsbilder aus den Future Wheels greifbar zu machen, wurde die Methode Name it eingesetzt. Sie half dabei, die einzelnen Szenarien zu verdichten, ihnen einen klaren Namen, eine kurze narrative Beschreibung und eine visuelle Vorstellung zu geben. Dadurch wurde nicht nur verständlich, wovon gesprochen wird, sondern auch, in welcher Welt sich diese Entwicklungen abspielen.

Workshop bei Festool
Future Wheel bei Festool

Im Workshop bei Festool wurden die Methoden Future Wheel, STEEP und Name it gemeinsam mit Tim Büttner (Business Center New Product) und Dorothee Koser (Teamleitung Umweltmanagement) angewendet und aus der praktischen Perspektive von Festool reflektiert. Ziel war es, die zuvor entwickelten Zukunftsannahmen zu überprüfen, zu schärfen und konsequent auf reale handwerkliche sowie unternehmerische Kontexte zu beziehen.

Im Name it-Prozess entstand dabei ein spannender Ansatz: ein Leasing-Modell für Werkzeuge und Systeme, das Flexibilität, Nachhaltigkeit und kontinuierliches Lernen verbindet. Statt Besitz rückt Nutzung in den Fokus, wodurch neue Materialien und Lernen besser in den handwerklichen Alltag integriert werden können.